Neuer Vorstand 2017

Intersexuelle Menschen e.V. formiert sich neu

In der Mitgliederversammlung am 23.06.2017 wurde ein neuer Vorstand gewählt, Lucie Veith ist als 1. Vorsitzende_r ausgeschieden. Wir danken Lucie Veith für die langjährige ehrenamtliche Arbeit.

Als neuer Vorstand wurden gewählt:

1. Vorsitzende_r Stefanie Klement
2. Vorsitzende_r Petra Krämer
Schriftführer_in Silke Arndt – Olejarz
Kassenwart_in Anja Kumst

Die Mitgliederversammlung hat erstmals die Ehrenmitgliedschaft von drei Mitgliedern beschlossen. Als besondere Überraschung und Dank an unsere ehemalige 1. Vorsitzende haben sich die Vereinsmitglieder im Rahmen einer Sammelaktion großzügig für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bedankt.

Infostand auf der didacta 2017

Intersexuelle Menschen didaktisch gut

Die meisten Menschen gehen selbstverständlich davon aus, dass es nur zwei Geschlechter, nämlich das weibliche und das männliche Geschlecht gibt und dass sich alle Menschen in dieses binäre System einordnen lassen. Für die Einordnung gibt es Kriterien, die in der Regel auf dem Aussehen der äußeren Geschlechtsorgane beruhen. Dass es auch Menschen gibt, die nicht in dieses System passen, da ihre Geschlechtsmerkmale weder typisch männlich noch typisch weiblich aussehen, ist trotz einer zunehmenden Aufklärung durch die Medien noch immer vielen Menschen unbekannt.

In der Medizin wird aktuell die Abkürzung DSD verwendet, das für „Disorder of Sexual Development“ steht und mit „Störungen der Geschlechtsentwicklung“ übersetzt wurde. Die Erkenntnis, dass es eine Vielzahl geschlechtlicher Daseinsformen gibt, führt dazu, dass heute die Abkürzung DSD auch von Medizinern als „Differences of Sexual Development“ gesehen und mit „Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung“ übersetzt wird.

In der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates vom 23.02.2013 heißt es unter anderem:

„Einig sind sich alle Experten darin, dass neben der Dominanz des medizinischen Diskurses der gesellschaftliche Umgang mit Intersexualität vor allem durch Nichtthematisierung gekennzeichnet ist.“
[…]
„Zur Förderung des Respekts und der Unterstützung Intersexueller in der Gesellschaft ist eine breite Wissensvermittlung erforderlich.“

Um diese Wissenvermittlung zu unterstützen, bietet unser Verein Broschüren, persönliche Schulungen und Lehrmittelunterstützung für Hebammen, Lehrpersonal, Psychologen und beratende Institutionen.

An unserem Büchertisch mit eigenen und externen Publikationen, verschiedenen Broschüren, einem Spiel, einem Film und einer Unterrichtseinheit können Sie sich genauer über unser Thema informieren und mit intersexuellen Menschen und Eltern von intersexuellen Menschen ins Gespräch kommen.

Hamburger Appell

Wir sind Mitglied der National Coalition

Mehr zum Hamburger Appell hier.

Neue Untersuchung erschreckend!

Kosmetische OPs an intersexuellen Kindern sind nicht entscheidend zurückgegangen.

Die Selbsthilfegruppen hatten es lange vermutet.

Auch die Zahlen der Entfernung der hormonproduzierenden Organe sind nicht entscheidend gesunken. Nun ist die Politik gefordert und hat die Menschenrechte zu gewährleisten. Es stellt sich die Frage, warum die Genitalverstümmelungen an intergeschlechtlichen Menschen nicht endlich mit einem wirksamen Gesetz gestoppt werden.

Die Studie von U. Klöppel ist hier zu finden:
https://www.gender.hu-berlin.de/de/publikationen/gender-bulletins/texte-42/kloeppel-2016_zur-aktualitaet-kosmetischer-genitaloperationen

Intersex Solidaritätstag

26. Oktober 2016

Festzustellen ist:

Immer noch werden in Deutschland intergeschlechtliche Kinder sehr häufig schon im Kindesalter ohne medizinische Notwendigkeit operiert. Dabei wird das eigene Genital zerstört und ein „Normgeschlecht“ geschaffen. Immer noch schützt die Bundesrepublik diese Kinder nicht.

Bis zum heutigen Tage werden intergeschlechtlichen Kindern hormonproduzierenden Organe entfernt und diese Kinder unfruchtbar gemacht. Eine spätere Elternschaft wird damit verunmöglicht.
Auch 2016 sind die Menschen, die ohne informierte Einwilligung durch medizinische Eingriffe und Duldung des Staates genital zerstört wurden, nicht entschädigt. Man gewährt ihnen nicht einmal eine geschlechtergerechte medizinische Versorgung.

Immer noch werden intersexuelle Menschen nicht als das in den Schulbüchern dargestellt, was sie sind: normale Menschen mit einem eigenen Geschlecht, mit Genitalien, mit einem Begehren, mit vielen wertvollen Talenten und Potenzialen, Herz und Seele.

Immer noch zerbrechen Familien, weil selbst dort verschämt über das scheinbar Unfassbare geschwiegen wird. Unsichtbarmachen und fehlender Respekt sind tägliche Verletzungen für 80.000 – 120.000 intergeschlechtliche Menschen in Deutschland.

Leute, wir brauchen Eure Solidarität, sonst hört das nie auf!

Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentlicht die Empfehlungen einer unabhängigen Expertenkommision

Gleiche Rechte – gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts

Mehr Schutz vor sexualisierter Belästigung am Arbeitsplatz, Abbau von Benachteiligungen trans*- und intergeschlechtlicher Menschen und ein effektives Gesetz zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern – das sind die Hauptforderungen der von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes eingesetzten unabhängigen Kommission „Gleiche Rechte – Gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts“. Die Kommission unter dem Vorsitz von Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, sowie dem Regierenden Bürgermeister von Berlin a.D, Klaus Wowereit, mahnte vor allem eine Stärkung der Rechte von Betroffenen an.

Die Kommission legte darüber hinaus einen besonderen Schwerpunkt auf Benachteiligungserfahrungen trans*- und intergeschlechtlicher Menschen. „Zwangsoperationen intergeschlechtlicher Kinder sind klare Menschenrechtsverletzungen und müssen aufhören. Und bürokratische Hürden bei Geschlechtsangleichungen und bei Namensänderungen sind für transgeschlechtliche Menschen eine Zumutung“, sagte Allmendinger.

„Viele Betroffene fühlen sich wehrlos und mit ihren Problemen alleine gelassen. Die Empfehlungen der Kommission zeigen, wie groß der Handlungsbedarf für den Staat, aber auch für die Tarifparteien ist“, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders. „Jetzt geht es darum, sie umzusetzen – dafür zählen wir auf die Unterstützung von Politik und Tarifparteien. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hat sich in den letzten fast zehn Jahren bewährt. Die Empfehlungen der Kommission zeigen aber, dass es Überarbeitungsbedarf gibt.“

Zu den Kommissionsmitgliedern zählten Fachleute aus der Wirtschaft, den Gewerkschaften, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft. Die unabhängige Kommission wurde im Rahmen des Themenjahres der Antidiskriminierungsstelle „Gleiches Recht. Jedes Geschlecht.“ einberufen.

Die wichtigsten Handlungsempfehlungen:

1. „Sexualisierte Belästigung in Erwerbsarbeit und Ausbildung“

2. „Diskriminierungsfreier Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt, insbesondere Trans* und Inter*“

Trans*- und intergeschlechtliche Menschen haben nach Angaben der Kommission im gesamten Lebensverlauf mit besonders starken Benachteiligungen zu kämpfen. Das Recht auf Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität und der Schutz vor Diskriminierung und Gewalt seien Grund- und Menschenrechte, betonten die Fachleute. Die Politik müsse daher den Rahmen dafür schaffen, dass die Rechte aller Menschen geachtet und geschützt sind.

Die Kommission rät zu einer besseren Förderung von Selbstorganisationen, Projekten und Initiativen sowie Fortbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen. Landesgleichstellungsgesetze und das Bundesgleichstellungsgesetz sollten explizit die Belange von trans*- und intergeschlechtlichen Menschen beachten.

Um der deutlichen Ausgrenzung, Stigmatisierung und Benachteiligung inter- und transgeschlechtlicher Menschen insgesamt entgegenzutreten, fordert die Kommission klare rechtliche Änderungen: So unterstützt sie die Forderung des Deutschen Ethikrats speziell für intergeschlechtliche Menschen, eine Kategorie „anderes“ in das Personenstandsrecht einzuführen, die in jedem Lebensalter selbstbestimmt gewählt werden dürfe. Medizinisch nicht zwingende Eingriffe und medikamentöse Behandlungen bei Minderjährigen und nicht einwilligungsfähigen Personen, um das Geschlecht zu „verdeutlichen“, gehörten ausdrücklich verboten. Für Betroffene müsse ein Entschädigungsfonds eingerichtet werden.

Für transgeschlechtliche Menschen müsse es klare Erleichterungen bei den Möglichkeiten zur Anpassung des Vornamens und des Personenstands geben, so die Kommission. Für einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt brauche es außerdem ein Recht auf eine rückwirkende Änderung des Vornamens z.B. in Ausbildungszeugnissen und Abschlüssen.

3. „Schließen der Entgeltlücke nach Geschlecht“

Auf den Seiten 21 bis 38 werden konkrete Handlungsempfehlungen genannt!

Für den Zugang zum Bericht auf das Bild klicken:

Situation der bundesweiten Beratung

Die „Interminsterielle Arbeitsgruppe Inter*“ (IMAG) hat die Ergebnisse der Studie zur Beratungssituation für Intersexuelle Menschen und deren Angehörige veröffentlicht.

Die  Ergebnisse  decken sich  mit den  Erfahrungen des Vereins.

Mehr:  http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung2/Pdf-Anlagen/kurzzeitbefragung-intersexualitaet,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pd     f

Im Einsatz für intersexuelle Menschen

In diesem Artikel präsentieren wir einen Beitrag über Lucie Veith im Jeverschen Wochenblatt vom 30.01.2016:

Im Einsatz für intersexuelle Menschen, Jeversches Wochenblatt vom 30.01.2016

Der Bericht von Seite 5 lässt sich hier herunterladen.

BLITS-Quiz

Eine Reise durch den Geschlechterdschungel

Das BLITS-Quiz ist ein Gesellschaftsspiel der ganz besonderen Art.

Es ist für EUR 15,-/Stück + Versandkosten (EUR 1,45 für ein Exemplar) bei Intersexuelle Menschen e.V. zu bestellen. Bitte senden Sie uns eine Mail mit der gewünschten Menge und der Lieferadresse an:

vorstand@im-ev.de

Wir versenden Ihre Bestellung dann per Post auf Rechnung.

Unser ‚BLITS-Quiz‘ ist ein Diskussionsspiel, an dem sich kleinere und größere Gruppen beteiligen können. Aufgabe der Spielenden kann es sein, die Begrifflichkeiten der Spielkarten zu erklären und/oder nach Kategorien und Begriffen zu ordnen. Daraus ergeben sich spannende Diskussionen, die zu einem Einstieg in Lebens- vielfalt von Menschen, mit dem Blick auf sexuelle Orientierung und geschlechtlicher Identität anregen.

Jeder Mensch wird mit einem Geschlecht geboren, seinem eigenen. Dies trifft auch auf intersexuelle Menschen zu, die sich auch als Hermaphroditen oder Zwitter bezeichnen. Intersexuelle Menschen unterscheiden sich in ihren Geschlechtsmerkmalen von „Männern“ und „Frauen“. Intersexuelle Menschen hinterfragen durch ihre Sichtbarwerdung herkömmliche gesellschaftliche Strukturen und bewegen dazu, diese konstruierte Wirklichkeit, somit ebenfalls das Rollen- und Geschlechterdenken, zu hinterfragen. In einer Gesell- schaft, die nur „Frauen“ und „Männer“ kennt wird durch die Existenz intersexueller Menschen deutlich, dass andere Lebensmodelle neben dem traditionellen Zweigeschlechtersystem bestehen. Das Spiel bietet die Möglichkeit neue und vielfältige Sichtweisen zu diskutieren.

Begrifflichkeiten wandeln sich, so war beispielsweise der Begriff ‚schwul‘ in früheren Zeiten ein Schimpfwort. Heute bezeichnet dieser auch – positiv gemeint – ein Lebensgefühl einer Gruppe Menschen und findet allgemeine Anwendung. Ebenso könnte mit dem Spiel betrachtet werden, ob es sich bei der Begrifflichkeit um eine Eigen- oder Fremdbezeichnung handelt, oder ob diese Bezeichnung ausschließlich von der Personengruppe selbst genutzt wird und hier- durch unter Umständen einen politischen Charakter hat.

Für das ‚BLITS-Quiz‘ wurde bewusst eine begrenzte Auswahl von Begrifflichkeiten gewählt. Die dargestellten Begriffserklärungen geben eine kurze Beschreibung und sollen zum Gedankenaustausch auffordern. Eine universelle Richtigkeit dieser Begriffsdefinitionen „von und über“ Menschen kann es aufgrund der Vielfalt unterschied  licher Sichtweisen nicht geben. Jedoch sollte dabei die Sichtweise der Gruppe selbst im Vordergrund stehen.

Geschäftsstelle Intersexuelle Menschen zieht um

Änderung der Adresse zum 01.07.2015

Die Geschäfststelle von Intersexuelle Menschen e.V. ist ab dem 01.07.2015 unter folgender Adresse zu erreichen:

Intersexuelle Menschen e.V.
Kastanienstraße 3
26419 Schortens OT Grafschaft

Tel.: 04423-7084533

vorstand@im-ev.de